2012.08.10 – SonneMondSterne Festival, Saalburg-Ebersdorf, Germany

Date: 10th August 2012
Event: SonneMondSterns-X6 Festival
Venue: Bleilochtalsperre
City: Saalburg-Ebersdorf
Country: Germany
Support: see timetable

Tracklist:
1. World’s On Fire
2. Breathe
3. Jetfighter
4. Omen
5. Poison
6. Thunder (Dubstep)
7. Dogbite
8. Firestarter
9. Run With The Wolves
10. Spitfire / Spitfast
11. Omen (Reprise)
12. Invaders Must Die
13. Diesel Power Beats
14. Smack My Bitch Up
Encore:
15. Take Me To The Hospital
16. AWOL
17. Their Law

Extra info:
Mainstage timetable:
18:00 – 19:00 Green aka Agent A
19:00 – 19:55 Feindrehstar
20:00 – 20:50 Supershirt
21:00 – 22:00 Northern Lite
22:10 – 23:10 Lexy & K-Paul feat. Marteria
23:40 – 01:00 Deichkind
01:20 – 02:50 The Prodigy
03:05 – 04:30 Steve Aoki
04:30 – 08:00 Felix Kröcher

Review by Herr Stern (german):
Mit 5 Deutschlandpremieren (!) meldeten sich The Prodigy mit ihrem spektakulären Auftritt auf dem SonneMondSterne 2012 zurück. Damit und den damit verbundenen ersten Appetithäppchen vom neuen Album dürfte das einzige Konzert im aktuellen Kalenderjahr so ziemlich alle nur erdenklichen Vorschußlorbeeren auf der Habenseite aufweißen können. Viel konnte und drufte im Vorfeld spekultiert werden, aber abgerechnet wird wie immer am Schluß. Was sind nun die neuen Songs – die Vorboten des neuen Albums wert ?
The Prodigy sind bekannt für spektakuläre, außergewöhnliche Shows und wenn das Paket stimmt – Sprich Bühne, Publkium und Band im Einklang stehen, dann wird aus einem 08/15.Gig schnell etwas ganz Großes – wie zuletzt bei Rock Am Ring 2008 (der für mich immer noch der beste Gig der Band ever ist).
Nun – das Fazit für das SonneMondSterne 2012 sieht da schon um einiges nüchterner aus, als vielleicht so mancher wahr haben will. The Prodigy gewohnt groß und übermachtig schienen auf dem SonneMondSterne irgendwie keinen direkten Draht zu ihrem Publikum zu finden und zogen ihre bis aufs Mark perfektionierte Show ohne große Rücksicht auf Verlust durch. Selbst die grottenschlechte Akustik der Mainstage konnte die Band nicht wirklich ausbremsen. Der Stimmung der vorderen Reihen tat das Ganze natürlich keinerlei Abbruch. Da wurde gewohnt um jeden Zentimeter DANCEFLOOR gekämpft, Körperkontakt erwünscht, Seitenstechen, Tinnitus und versagende Stimmen inklusive…prodigylike.
Doch mit Abstand betrachtet, zeigte sich schnell, dass die zelebrierte Haudrauf-Mentalität der letzten Jahre sich so langsam aber sicher totrennt. So verwundert es nicht, dass gut 2/3 der Festivalbesucher mit den 3 brandneuen Songs nichts anzufangen wußten und teilnahmslos dem Spektakel zu folgen versuchten. Ein völlig anderes Bild zeigte sich noch zu Anfangszeiten der Invaders Must Die, als die späteren Hits “World’s On Fire” und “Omen” bereits bei den Deutschlandpremieren schon fast frenetisch betanzt wurden. Sicherlich zeigte “Jetfighter” auf dem SMS 2012 bereits erste vage Ansätze für ein ordentlichen Livekracher, doch insgesamt wirkten die 3 gespielten brandneuen Songs (AWOL, DOGBITE, JETFIGHTER) im jetztigen Stadium alles andere als fertig. Innovationslos, Geistlos scheint die Band versucht ihren klaren Verzicht auf Dubstep durch puren Lärm auszugleichen. Ob das der Weisheit letzter Schluß ist? Da hab ich meine Zweifel aber ich mag mich auch irren. Doch JETFIGHTER und Co sind noch sehr weit von Hits wie Breathe u.s.w. entfernt. Sowohl AWOL als auch DOGBITE und JETFIGHTER sind aktuell kaum innovativer als ein hingerotztes RUN und fühlten sich auch genau so an. Da bleiben noch genügend Hausaufgaben. So wie die Songs jetzt klingen können sie nicht ernsthaft veröffentlicht werden.
Wesentlich interessanter fiel da, mit der überarbeiteten Fassung von POISON, eine weitere Deutschlandpremiere auf. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht der große Poison-Verfechter bin und sehe und höre den Song eher ungern in den aktuellen Livesets. Aber die auf dem SMS gespielte Fassung war – gelinde gesagt- GEIL. Da konnte selbst die miserable Akustik nichts versauen. POISON – und jetzt aufgepasst (!) – war für mich das Highlight des Abends. Das unterschreibe ich sogar. Ich hoffe, für alle daheimgebliebenen, dass im Internet irgendein brauchbarer Mitschnitt des Songs auftaucht. Der wird Euch vom Hocker hauen.
Zweites (erwartetes) Highlight des Abends und die letzte der gespielten Deutschlandpremieren war sicherlich SPITFAST. Spitfire endlich wieder auf der Bühne erleben zu dürfen ist für mich und viele andere Fans allein schon spekatkulär genug. Doch die überarbeitete Fassung – mit Anleihen von WAKE THE F…K UP weiß noch viel mehr zu gefallen und überzeugte in jeder Hinsicht. Die gespielte Fassung hat zwar noch seine Längen, doch das Paket stimmt und ich bete für einen längeren Verbleib SPITFASTs im Set.
Sollte man ein Fazit zum einzigen Konzert der Band 2012 in Deutschland ziehen kommt man – mit dem nötigen Abstand- zu einem eindeutigem Ergebnis. Das Konzert war gut aber meilenweit davon entfernt auch nur annähernd legendär zu sein. Sicher gab es schlechtere Gigs der Band (sonisphere 2009) aber nach oben war hier noch sehr viel Luft. Im Großen und Ganzen spielten The Prodigy auf dem SMS, wie nicht anders zu Erwarten ihr ganzes Können ab und so mancher Besucher zeigte sich von der Bühnenpräsents der Band ziemlich beeindruckt. In dieser Hinsicht erfüllte das Konzert alle Erwartungen, der wer Prodigy schon mehr als 3 mal gesehen hat, wird einiges vermisst haben.
Großartige Momente sind und bleiben der Übergang von INVADERS zu DIESEL POWER und die letzteren Neuerungen wie THUNDA DUB. Im übrigen gab das Set aber kaum Fragen auf. Jeder bekam was er wollte oder erwartete. Vom Klassiker, über die großen Smash-Hits bis hin zu brandneuen Songs war alles dabei. Leckerbissen wie VOODOO hatten gerade in den hinteren Reihen für erfreuliche Resonanzen gesorgt und für die älteren Semester für einiges Gänsehautgefühl gesorgt. GUT SO ! WEITERMACHEN !
Der Show als Ganzes tat eine leicht angesauerte Band aber keinen großen Gefallen, was als solches aber zu verkraften war und dem außenstehenden vielleicht nicht sofort aufgefiel (hoffentlich). Doch die hundsmiserable Akustik der Mainstage ging defintiv gar nicht. Hier konnte die Band nichts dafür, da auch andere Bands damit zu kämpfen hatten. Doch gerade The Prodigy und deren perfektionierte Show waren für diese Defizite besonders anfällig. Schade, denn das machte aus der so schon eher durchwachsenen Show einen mittleren Reinfall. Die tiefen Bässe schienen nur in den vorderen Reihen zu existierten. Weiter hinten war von der gewohnten Brachialgewalt und dem Aushängeschild einer Prodigyshow kaum noch was zu spüren. Dafür durften sich die Gehörgänge hier auf völlig überzogene und übersteuernde Höhen freuen. Bis in den tiefsten Winkel des Hirns schepperten und klingelten die höheren Frequenzen und waren versucht die Schädeldecke abzusprengen. Widerwertig. Selbst in den vorderen Reihen waren die Hochtöne teilweise nicht auszuhalten. Der Umstand wurde zwar mit Voranschreiten der Show besser aber eine perfektes Soundbild zeigte sich nie. SCHADE!
Zu den neuen Songs habe ich bereits genug Worte verloren. Sicher gehen hier einige Kritikpunkte zu Lasten einer schlechten Akustik – zeitweise waren die relevanten youtube-Filmchen von besserer Soundqualität – doch der Grobschnitt ließ erste Schlüsse deutlich zu und da sehe ich für die neuen Songs noch ausreichend Luft nach oben.
Zu guter Letzt bleibt mir bei meinem 3. SMS-Besuch die kopfschütteldnde Erkenntnis, das ähnlich wie beim Sopundmanagement auch in der Organisation des Festivals einiges im Argen ist. Ob das mit der rasant wachsenden Größe des Festivals zu tun hat, oder dem Umstand geschuldet ist, dass man dem Trend des Sterbens der Großen DANCE.Events mit aller Macht entgegentreten will und hier geeignete Werkzeuge sucht, mag ich nicht kommentieren. Doch wenn man mit Photopass und Akkreditierung durch die Band keinen Zugang zum Pressegraben bekommt, ist das für mich nicht mehr vermittelbar. Diesen Umstand verdanken wir dann auch diese bilderlose und schwarzweiße Review. Schade ich hätte Euch gern das Ganze hier noch bildlich untermalt, aber aus eigenen Mitteln kann ich im Jahr 2012 leider nicht schöpfen.

Poster:

Pictures:

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